Viele Blogger kennen ihren eigenen Wert bei Verhandlungen mit Unternehmen nicht.

Gehörst du auch dazu?

Sie bekommen ein „gratis“ Ticket geschenkt, welches im Gegenwert vielleicht 15€ gekostet hätte und schreiben in einer Stunde einen Artikel darüber. Meist sogar in der doppelten Zeit.

Dass das bedeutet, sie bekommen 15€ pro Stunde als Lohn (oder im schlimmsten Fall nur die Hälfte oder ein Drittel) realisieren sie oftmals im blinkenden, glitzernden Wort „kostenlos“, das auf den verschenkten Freebies prangert, gar nicht.

Auch realisieren die Wenigsten, dass jede Anfrage von PR-Agenten, die nach einem gesponserten Artikel auf deinem Blog fragen, Teil einer größer angelegten Kampagne ist, hinter der meist ein noch größeres Budget steht und es durchaus dein Recht ist, nach deinem gerechten Anteil davon zu fragen.

Und spätestens wenn du auch einer der Blogger bist, die bei einem ihnen angebotenen Preis lediglich überlegen, ob es die Arbeit wert ist oder nicht, ohne den Preis zu verhandeln und einen höheren, vielleicht sogar doppelt so hohen Gegenwert zu fragen, dann ist dieser Artikel genau für dich!

 

Der Wert deines Blogs: Die Kriterien

 

Wenn du ein Produkt (jede Art von Nutzobjekten) oder eine Dienstleistung (z.B. Monatsgebühren für die Nutzung eines Dienstes oder einmalige Eintritte zu Events, Reisen, Transporte, etc.) für eine Kooperation angeboten bekommst, dann achte darauf, dass der Gegenwert dem entspricht, was du dafür lieferst.

Folgende Aspekte solltest du bei der Kalkulierung Deines Wertes berücksichtigen:

  1. Ein gesponserter Artikel eines neuen Blogs ist ganz grob 100-200€ wert, je nach Reichweite.
  2. Social Media Erwähnung, Fotos und Videos sind ein Extra und je nach Deiner Reichweite kannst du diesen Wert ebenfalls anpassen.
  3. Bis vor Kurzem hat auch der Google Page Rank deiner Seite noch deutlich Einfluss auf deinen Preis genommen (weil er deine Seite und seine Backlinks wertvoller gemacht hat). Dieser Wert verschwindet immer mehr aus dem Geltungsbereich aber noch solltest du ihn nicht ganz vernachlässigen. Wenn deine Seite einen Page Rank von 3 oder höher hat, kannst du auch damit argumentieren.
  4. Behalte auch im Hinterkopf, dass jedes Produkt, welches dir Unternehmen stellen, sie nur knapp 25% des Verkaufspreises kostet.
  5. Solltest du zu Events eingeladen werden um anschließend auf deinem Blog darüber zu berichten (also ganz klar eine Auftragsarbeit), frag auch nach der Erstattung der Reisekosten zum Event und zurück!

 

Wie viel solltest du bezahlt werden?

Lass dich nicht nur mit kostenlosen Produkten, Dienstleistungen, Eintritten oder Transporten „bezahlen“ es sei denn, sie haben einen sehr hohen Gegenwert.

Berechne die Zeit, die du investierst um das Unternehmen durch Werbung zu unterstützen, die Reichweite die du ihnen bietest und die Extras die du integrierst. All das hat Wert!

Wie viel Wert musst letztendlich du bestimmen und dich vor allem endlich davon verabschieden, dich selbst klein zu reden.

Egal wie gering deine Reichweite auf deinem Blog oder auf deinen Kanälen ist und wie sehr du damit haderst dafür einen Gegenwert zu verlangen, deine Arbeitszeit ist in keinem Fall kostenlos!

Kombiniere diese Faktoren also und gib dir selbst Verhandlungsspielraum indem du einen gewissen Betrag auf dein Angebot aufschlägst. So kannst du dem Unternehmen noch entgegenkommen ohne deinen Wert zu mindern.

Kannst du manche Unternehmen durch einen zu hohen Preis verschrecken? Ja, sicher.

Aber was ist dir lieber? Es getestet zu haben und eventuell dein Wunsch-Honorar zu ergattern oder dich unter Wert zu verkaufen? Pokere also lieber ein oder zweimal hoch und teste deinen Marktwert.

Viele Blogger möchten von uns feste Zahlen genannt bekommen, welche Leistung wie viel Honorar verdient.

Das lässt sich nicht mit einem Standard-Rechner erzeugen und auch wir mussten erst einmal das Wasser testen, bevor wir wussten, welche Preise wir verlangen können.

Und kaum hast du endlich deinen Preis gefunden, steigt deine Reichweite oder die Nachfrage und du musst sowieso nachjustieren.

 

10 Fragen, die deine Preise beeinflussen sollten:

Stell dir diese Fragen gründlich und ehrlich und du wirst auch genau feststellen, warum es für keinen einzelnen Blogger und keine Leistung eine Pauschale gibt…

  1. Wie viel Traffic hat dein Blog? (Einzigartige Besucher, Seitenaufrufe, etc.)
  2. Wie hoch ist dein Page Rank?
  3. Wie alt ist dein Blog? (Je älter, desto wertvoller, weil es dein Durchhaltevermögen beweist)
  4. Wie viele Follower hat dein Blog? (RSS, Newsletter, WordPress Abonnements)
  5. Wie viele Social Media Follower hast du? (Facebook, Twitter, Instagram, Google+, Pinterest, etc.)
  6. Wie stark ist deine Marke? Hast du eine?
  7. Wie stark liegt dein Fokus auf einem Thema, das für Unternehmen X interessant wäre?
  8. Wie stark sind Nische und Mitbewerber? (Bist du alleine? Gibt es viele ähnliche Blogs?)
  9. Wie sichtbar wäre ein Kooperationspartner auf dem Blog?
  10. Wie lange wäre er an präsenter Stelle sichtbar? (z.B. auf der Startseite)

All das bestimmt in Kombination mit deinem Arbeitsaufwand deinen Preis und sind sehr gute Argumente um auch dein gefordertes Honorar zu stützen, falls es angezweifelt wird.

Lass dich also nicht entmutigen und abspeisen.

Steh zu deinem Wert und gib dich nicht mit weniger zufrieden.

Egal wie klein du dich fühlst: Du und dein Blog sind eine wertvolle Plattform für Unternehmen. Sonst hätten sie nämlich gar nicht erst nach einer Kooperation gefragt!

Welche Fragen oder Zweifel hast du noch
zur Festlegung deines Honorars?