Was macht eigentlich wirklich den Erfolg eines Blogs aus?

Ich persönlich glaube nicht daran, dass es eine Wunderpille gibt, mit der man alle Krankheiten (die einen Blog befallen könnten) heilen kann, die dich stark wie ein Superhero (in SEO und auf den Social Media Kanälen) werden lassen oder die dich reich (durch Affiliate und Infoprodukte) wie Dagobert Duck werden lässt.

Aber.

Ich glaube daran, dass jeder erfolgreiche Blogger und jede Bloggerin dir mindestens drei Punkte nennen kann, die maßgeblich beteiligt am Blog Erfolg beteiligt waren. Wenn nicht sogar ausschlaggebend.

Heute verrate ich dir meine.

Pink Compass – Der Reiseblog für Frauen

Am 1. April 2013 fiel der offizielle Startschuss. Hinter den Kulissen bastelte ich seit dem Blog Camp Anfang März daran und hatte mir selbst nur einen Monat für den Relaunch gegeben.

Ein neues Theme, der Umzug zum Hoster, neue Artikel, eine neue Nische, ein neues Design… im Prinzip stampfte ich meinen Blog frisch aus dem Boden.

Der alte Name „Citygirlsblog“ blieb zunächst noch. Bei knapp 70 Fans auf Facebook machte es keinen Unterschied, falls ich ihn ein paar Wochen später ändern würde. Aber ich wusste, ich brauchte etwas, dass ganz genau ausdrückte, worüber ich schreibe – über alleinreisende Frauen.

Und Inspiration für einen Namen lässt sich bekanntlich nicht erzwingen.

Im April war dann endlich alles komplett. Ein neues Logo und ein neuer Name schossen mir irgendwann beim Essen auf meiner ersten Blogger-Konferenz in Rotterdam einfach in den Kopf. Pink Compass war geboren!

 

Nische! Nische! Nische!

Wenn ich es auf einen einzelnen Faktor herunter brechen müsste, dann würde ich ganz subjektiv sagen, meine Nische hat 50% des Erfolges von Pink Compass ausgemacht.

Aber wie bin ich eigentlich auf die allein reisende Frauen-Nische gekommen?

Ich kann mich noch erinnern als wäre es gestern gewesen, als ich im allerersten Blog Camp gesessen habe. Es war das Testprojekt von Conni und Sebastian und fand am Wochenende im Rahmen der ITB Berlin statt.

Fünf Tage lang führten die beiden fast eine Gehirnwäsche bei mir durch. Natürlich im positivsten Sinn!

Ich hatte zuvor absolut keine Ahnung von gar nichts und trotzdem leuchtete mir ein Prinzip, auf das besonders Conni pochte, sofort glasklar ein:

Niemand weiß, wofür du stehst, wenn du dich nicht ganz klar für eine Nische entscheidest.

Woher soll jemand wissen, dass du die Ansprechperson Nummer 1 für dieses oder jenes Thema bist, wenn du es nicht jedem sagst und zeigst?

Lass dich davon aber nicht verunsichern: Du musst kein absoluter Hardcore-Experte sein, um in deiner Nische Erfolg zu haben. Du musst eben einfach nur etwas mehr darüber wissen, als die meisten anderen Menschen.

Ich lauschte also den Worten im Blog Camp und wusste instinktiv, worin meine Leidenschaft, mein Können und meine Erfahrung lag: Ich war gerade 14 Monate lang gereist. Worin war ich also Experte? Na klar, im Reisen.

Aber das war mir nicht genug. Ich bin ein Mensch, der Konkurrenz scheut und selbst wenn ich andere Blogger und Bloggerinnen nicht direkt als Konkurrentinnen sehe (wenn du deine eigene Stimme und ein knallhartes Branding hast, hast du keine Konkurrenz) bin ich doch jemand, der sich immer und viel mit anderen vergleicht.

Ich wollte also in einen kleinen, feinen Bereich, in dem ich mich mit einer Hand voll Menschen austauschen und verknüpfen konnte ohne von zu vielen Menschen überrollt zu werden.

Da ich in den letzten Jahren begeisterte Leserin war von englischsprachigen Blogs der Solo Female Travel Nische, wie zum Beispiel Adventurous Kate, Her Packing List oder Solo Traveler, wusste ich also schnell genau wo ich hin wollte.

Diesen Punkt würde ich also immer wieder befolgen (und habe das gleiche Prinzip nun auch bei meinem zweiten Blog Um 180 Grad angewandt):

Wenn ich noch einmal in der allein reisende Frauen-Nische starten würde, würde ich mir eine Nische in dieser Nische suchen.

Der Schlüssel zum Erfolg ist meiner Meinung nach, etwas Neues zu bieten. Nicht etwas Altes noch einmal durchzukauen.

Alleine reisen als Frau ist kein alter Hut, aber ganz am Anfang so kreativ zu sein, dass es neu rüber kommt, ist schwieriger als sich seine eigene Nische darin zu bauen.

Ich würde also darüber einen Blog aufbauen, wie alleine reisen als Frau in Indien ist, gespickt mit Tipps und Erfahrungen vieler anderer Reisenden, da ich selbst noch nicht dort war.

Ja, auch das geht!

Wenn du in etwas kein Experte bist, dann such dir Experten und befrag sie dazu. Nutze ihr Wissen und ihre Erfahrung und sammel sie auf deiner Plattform.

So macht es zum Beispiel Her Packing List: Sie lässt von vielen Gastautoren Packlisten zu den jeweiligen Ländern schreiben, die sie bereits besucht haben.

Oder ich würde einen Blog darüber aufbauen, wie es als Frau in muslimischen Ländern ist. Oder in Großstädten.

Mein erster Reiseblog hieß CityGirlsBlog und mich wundert bis heute, dass sich noch niemand auf Großstädte der Welt ausgerichtet hat. Das war die Nische, die ich Pink Compass zuliebe abgelegt habe.

(Alle Ideen hier sind Creative Commons und dürfen gerne geklaut werden…)

Du siehst also, eine Nische zu finden, ist gar nicht so schwer. Selbst eine Nische in der Nische und eine darin ist ein Kinderspiel.

Die Frage, die du dir also statt „Ist meine Nische zu eng?“ stellen solltest ist viel eher: „Kann ich in der bestehenden Nische, der ich beitreten möchte, tatsächlich etwas unvergleichliches, etwas vollkommen Neues und so attraktives erstellen, dass ich mich vor Lesern nicht mehr retten kann??“

Solltest du diese Frage mit heftigem Nicken beantworten können, dann ist eine bestehende Nische genau das richtige für dich.

Ich bin dafür immer zu faul, ich suche mir dann lieber meine eigenen…

 

Disziplin, Konsistenz & Hartnäckigkeit

Wo wir gerade von faul reden, möchte ich dieses Image auch gleich wieder ablegen.

Ich wollte mir zwar nicht die Mühe machen und eine Nische komplett neu für mich erfinden, aber dafür war ich absolut bereit, mir den A… llerwertesten aufzureißen, um meinen Blog erfolgreich zu machen.

Und wenn mir eines von vornherein klar war, dann, dass man mit einem Blog ganz bestimmt nicht über Nacht und vor allem nicht von alleine bekannt wird.

Ich investierte also neben meinem Vollzeit-Job die ersten sechs Monate weitere 30 Stunden pro Woche um meine neu erkämpften Leser mit Mehrwert zu überschütten.

Ich brachte mir all das bei, was heute der Onlinekurs bietet: Wie ich interessante, hilfreiche Artikel schreiben konnte, wie ich meine Reichweite vergrößerte und wie ich den Blog für die Monetarisierung vorbereiten konnte.

Daneben las ich was auch immer mir in die Finger kam und lernte soviel dazu, wie ich konnte.

Eines war mir aber von Anfang an ebenso klar: In diesen sechs Monaten brauchte auf kein Einkommen warten. Nicht einmal hoffen.

Das erste Mal die 20€ Marke bei Amazon-Affiliate habe ich tatsächlich nach sechs Monaten geknackt und meinen ersten Auftrag für den Blog und damit 70€ Einkommen einen Monat später ergattert. Dabei habe ich für einen Auftraggeber einen Artikel zum Thema Peru auf meinem Blog verfasst und ein Video dazu eingebunden.

Was ich bis dahin getan habe?

Ich habe drei wertvolle Artikel jede Woche in meiner Nische produziert. Glasklar definiert, gebrandet und pünktlich wie ein Uhrwerk, jeden Dienstag, Freitag und Sonntag. Und nicht einen einzigen ausgelassen.

Ich habe deutlich meine Nische besetzt, vom Design meines Blogs bis zu den Fotos, die ich auf Facebook gepostet habe. Ich habe mich positioniert und jedem klar gemacht, wofür ich stehe. Wirst du schwammig und wechselst dein Thema wie deine Unterwäsche, hast du schon verloren.

Ich habe jede einzelne E-Mail mit Hingabe beantwortet, genauso wie jeden Kommentar auf dem Blog oder auf Facebook.

Ich habe versucht, eine Bereicherung zu werden. Eine verlässliche Konstante im Leben meiner Leser zu werden und jemand, auf den sie zählen konnten.

Vertrauen und Beziehung sind die beiden Eigenschaften, die einen Blog erfolgreich werden lassen. Beides kannst du nur darüber erschaffen, dass jemand weiß, du bist da. Nicht nur heute, sondern auch morgen, nächsten Monat und sehr wahrscheinlich auch noch nächstes Jahr.

Hartnäckigkeit, Geduld und Hingabe. Das ist der Schlüssel.

 

Wenn Optimierung & Verbesserung deine besten Freunde sind, dann ist Perfektionismus dein größter Feind

Als letztes Geheimnis des Erfolges, möchte ich dir folgendes mitgeben: Es kommt nicht darauf an, einen glanzvollen Start hinzulegen.

Ja, der Launch ist wichtig. Aber ganz ehrlich: Fragt mich heute noch jemand danach?

Es ist ähnlich wie beim Abi: Du solltest es hinter dich bringen, wenn möglich auch nicht komplett dabei abschmieren, aber danach kommt es nur darauf an, was du darauf aufbaust und wofür du es nutzt.

Nun kommt es auf dein Durchhaltevermögen an, nicht darauf, ob alle Plugins installiert oder das Design bis ins kleinste Detail ausgefeilt waren.

Nicht die 100% beim Start sind das wichtigste, sondern die 80% die Du dauerhaft gibst!

Bei meinem Launch haben immer noch einige Ecken gehakt. Manche habe ich sogar bis heute noch nicht ausgefeilt. Glaubst du wirklich, das kostet dich Leser?

Wohl kaum. Wohl eher aber die vier Wochen, die du deinen Launch aufgeschoben hast, eben wegen dieser Ecken-Feilerei, in denen du aber schon Leser hättest sammeln können.

Leg also eines von der ersten Sekunde an ab: Versuch nicht perfekt zu sein! Versuch gut zu sein!

Das ist völlig ausreichend.

 

Hast du noch andere Fragen zum Blog Erfolg von  Pink Compass oder woran ich im ersten Jahr gearbeitet habe?
Dann schieß los! Ich bin ganz Ohr!